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Das Kursplanungsproblem
Alljährlich findet vor dem Schuljahresbeginn in Schulen und Gymnasien ein
Stöhnen der Verantwortlichen für die Unterrichtsplanung statt. Wie sind alle
Klassen, alle Lehrer, alle Räume und die zur Verfügung stehende Tageszeit so
unter einen Hut zu bringen. Das hier vorgestellte
Kursplanungsproblem ist eine Form eines solchen Stundenplanproblems.
Ein Kurs ist ein Unterrichtsfach (bspw. das Fach Mathematik) mit einer vorgegebenen
Zahl von Unterrichtseinheiten. (Zum Beispiel liegt diese Zahl beim
Leistungskurs Mathematik an Gymnasien bei 5 Unterrichtseinheiten.)
Es sei nun eine Zahl von Kursen mit jeweilig bestimmtem
Unterrichtseinheitenumfang vorgegeben. Jeder Schüler kann sich (unter
Einhaltung gewisser bekannter Regeln und Bedingungen) eine bestimmte Zahl von
Kursen aussuchen, die er belegen will. Diese Auswahl kann durchaus bei
verschiedenen Schülern verschiedene Gestalt annehmen.
Das Kursplanungsproblem besteht nun darin, Unterrichtseinheiten
widerspruchsfrei für alle Schüler zu verteilen.
Exakte Problemformulierung:
Gesucht ist eine Verteilung aller Unterrichtseinheiten auf p Zeiteinheiten
so, dass kein Schüler zur selben Zeiteinheit mehr als eine Unterrichtseinheit
belegen muß.
Um dieses Problem zu modellieren, nutzen wir die Graphentheorie.
Es entsteht aus den folgenden Betrachtungen der Entwurf eines Graphen:
Sei La eine Unterrichtseinheit des Kurses
Kb.
Die Unterrichtseinheit La, zu Kb gehörig,
werde durch einen Knoten
mab repräsentiert, demzufolge besitzt jede Unterrichtseinheit jedes
Kurses einen entsprechenden Knoten.
Für jeden Kurs werden so Kanten eingeführt, dass alle Unterrichtseinheiten
des Kurses jeweils paarweise benachbart sind.
Belegt ein Schüler den Kurs Kb und
Kb', so werden ausserdem
Kanten zwischen jedem Knoten von Kb und jedem Knoten von
Kb'
gezogen.
Die Lösung des Problems läuft auf die Lösung eines Knotenfärbungsproblems hinaus.
Graphentheoretische Problemformulierung:
Gesucht ist eine Knotenfärbung aller Knoten mit p Farben so, dass keine
zwei benachbarten Knoten diesselbe Farbe erhalten.
Beispiel:
Es seien die Kurse K1, K2 und K3
gegeben mit der in der Tabelle dargestellten Unterrichtseinheitenzahl, zwei Schüler
S1 und S2 wählten die folgende Kursbelegung.
Der Schüler S1 belegt die Kurse K1 und
K2, der Schüler S2 belegt
die Kurse K2 und K3.
Gesucht ist ein Kursplan in 4 Zeiteinheiten.
| Kurs |
Zahl der Unterrichtseinheiten |
Repräsentierende Knoten |
| K1 |
1 |
m11 |
| K2 |
2 |
m12, m22 |
| K3 |
2 |
m13, m23 |
Tabelle 2: Kursplanung.
Nach der obigen Vorschrift entsteht dann der in der folgenden Abbildung 4 gezeigte
Graph.
Abbildung 4: Graph zur Kursplanung.
In diesem Graph sind auf die Knoten p = 4 Farben zu verteilen,
ohne dass zwei benachbarte Knoten diesselbe Färbung erhalten.
Durch einfaches Überlegen und durch Hinsehen gelangt man sehr schnell zu der
folgenden Lösung:
| 1. Stunde |
Unterrichtseinheit 1 von K1 |
| Unterrichtseinheit 1 von K3 |
| 2. Stunde |
Unterrichtseinheit 1 von K2 |
| 3. Stunde |
Unterrichtseinheit 2 von K2 |
| 4. Stunde |
Unterrichtseinheit 2 von K3 |
Tabelle 3: Kursplanung für die Beispielaufgabe.
Diese Klasse von Problemen werden mit grossen Zahl von Kursen und vielen
verschiedenenartigen Schülerbelegungen sehr kompliziert.
Abhängig von der Zahl p ist es nicht immer möglich, einen Kursplan in p
Zeiteinheiten zu finden. Es wurde nachgewiesen, dass das Kursplanungsproblem
für p ≥ 3 ein NP-vollständiges Optimierungsproblem ist.
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